Das UBICA Projekt

Bisherige Forschungsergebnisse sowie Erfahrungsberichte von Klinikern weisen darauf hin, dass Mütter, die in der Kindheit schwerwiegenden Belastungen ausgesetzt waren, häufig Schwierigkeiten haben, angemessen auf die emotionalen Bedürfnisse ihrer eigenen Kinder einzugehen. Hierdurch könnte eine Weitergabe der Belastungen an die Kinder erfolgen. Für die Entwicklung erfolgreicher Präventions- und Interventionsmaßnahmen, ist ein besseres Verständnis der Art und Weise, wie derartig hoch belastende Lebenserfahrungen transgenerational übertragen werden, erforderlich. Wie interagieren Mütter mit hoch belastenden Erfahrungen in ihrer Kindheit mit ihren eigenen Kindern? Wie leicht fällt es den Müttern, die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen zu interpretieren und hierauf zu reagieren? Lassen sich (neuro-)biologische Korrelate der mütterlichen Sensitivität bzw. der Fähigkeit, eigene Emotionen in Konfliktsituationen mit dem Kind zu regeln, nachweisen? Antworten auf diese Fragen, können nicht nur über die Art der Mutter-Kind-Interaktion Aufschluss geben sondern auch wichtige Hinweise liefern, wie diese durch hormonelle, neuronale und (epi-)genetische Faktoren beeinflusst wird.
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes wird nun versucht, die intergenerationale Übertragung von hoch belastenden Lebenserfahrungen zu verstehen, und darüber hinaus die Wirksamkeit von therapeutischen Interventionen zu untersuchen. Neben der Untersuchung biologischer Mechanismen in Tiermodellen, werden insbesondere Interaktionen zwischen Müttern, die starken Belastungen ausgesetzt sind, und ihren Kindern betrachtet. Die Interventionsstudie vergleicht ein interaktionsfokussiertes Training mit einem Stressbewältigungstraining. Ziel der Trainings ist die Verbesserung mütterlicher Sensitivität und Fürsorgefähigkeit, kindlichen Wohlbefindens sowie die Stärkung von Mutter-Kind-Interaktionen.